Wirtschaftliche Nachhaltigkeit, um die Zukunft der Obstbauern zu sichern
Mit seiner umfassenden Strategie ermöglicht VIP den 1.500 Mitgliedern und deren Familien das ökonomisch wie auch ökologisch nachhaltige Wirtschaften. Der Verband erzielt für die Äpfel seiner Produzenten den bestmöglichen Ertrag und verfolgt damit das Ziel, den Obstanbau auch für zukünftige Generationen attraktiv zu gestalten. Da die landwirtschaftlichen Betriebe im Vinschgau im Durchschnitt nicht größer als drei Hektar sind, spielt VIP eine zentrale Rolle: Durch das genossenschaftliche System, die Zentralisierung von Dienstleistungen von der Vermarktung bis zur Logistik und das konsequente Qualitätsmanagement bleibt die wirtschaftliche Nachhaltigkeit gewährleistet. VIP unterstützt die Obstbauern zudem in jeder Produktionsphase: von der gezielten Sortenwahl, die sich an den Klimawandel und den Marktanforderungen anpasst, über die Anbau- und Ernteprozesse bis hin zur kontinuierlichen fachlichen Beratung.
Auch die finanzielle Wertschöpfung für die Mitglieder steht im Fokus. Die Apfelernte erfolgt in mehreren Durchgängen, sodass nur optimal gereifte Früchte gepflückt werden. Die Äpfel werden dann unter idealen Bedingungen gelagert, sortiert und über eine lückenlose Kühlkette an die Kunden geliefert. Äpfel, die durch Hagel oder andere Faktoren beschädigt wurden, werden an VOG Products, dem Verarbeitungsbetrieb der Südtiroler Obstwirtschaft, geliefert. Dieser veredelt die Früchte zu hochwertigen Apfelsäften, Fruchtsaftkonzentraten oder Fruchtpürees. Das Prinzip dahinter: Keine Verschwendung von Lebensmitteln im Vinschgau.
ELLA: Plattform zur Erfassung und Förderung der Biodiversitätsmaßnahmen
Ein weiteres zentrales Anliegen von VIP liegt in der aktiven Förderung der Biodiversität in den Obstanlagen. Der Markt und der Einzelhandel fordern zunehmend nachweisbare Maßnahmen, welche die Artenvielfalt fördern. VIP und seine Mitgliedsbauern setzen, unter Berücksichtigung der Bioland-Richtlinien, zahlreiche Biodiversitätsmaßnahmen in den Obstanlagen um: Mit Trockenmauern, Nistkästen, Blühstreifen und Hecken schaffen sie einen Rückzugsort für Pflanzen und Tiere. Über 70 % der überprüften Betriebe im Vinschgau haben Hecken in ihren Obstgärten gepflanzt, mehr als 50% Sträucher und rund 40 % hochstämmige Einzelbäume.
Zur Nachverfolgbarkeit der Maßnahmen hat der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau die Plattform ELLA (Erhebungsbogen Lebensraum Landwirtschaft) entwickelt. Ziel ist es, dass bis zur Ernte 2025 alle Betriebe ihre Biodiversitätsmaßnahmen über ELLA dokumentieren.
Schutz der Biodiversität: Bienenweiden am Sonnenberg
Äpfel und Bienen sind untrennbar miteinander verbunden. VIP engagiert sich mit zahlreichen Aktionen für den Schutz der Bienen, unter anderem in Zusammenarbeit mit lokalen Imkern. Um die Nahrungsversorgung der Bienen in der Zeit zwischen der Apfelblüte und der Umsiedlung der Bienenstöcke in höhere Lagen sicherzustellen, wurden spezielle Bienenweiden angelegt. Eine Bienenweide entstand am Sonnenberg in Latsch, eine weitere in Kortsch bei Schlanders – einem Gebiet, in dem die bestehenden Schwarzkiefern durch die Prozessionsspinnerraupen stark geschädigt wurden. VIP übernahm gemeinsam mit VOG Products die Kosten für die Entfernung der kranken Bäume und stellte rund 200 bienenfreundliche Bäume und Saatgut bereit, womit die Anpflanzung von neuen Bienenweiden unterstützt wurde.
Herbizidfreier Anbau: Eine Entscheidung für die Zukunft
VIP erfüllt nicht nur die ökologischen Vorgaben der Europäischen Union, sondern geht darüber hinaus. So rief VIP die Initiative „Freiwilliger Verzicht auf Herbizide“ ins Leben. Anstelle von Herbiziden setzen seitdem viele Obstbauern auf die mechanische Unkrautbekämpfung - eine umweltfreundliche, aber auch aufwändige und kostenintensive Methode. „Derzeit werden 28 % der gesamten Apfelanbaufläche im Vinschgau ohne Einsatz von Herbiziden bewirtschaftet. Das entspricht 1.464 Hektar“, erklärt Viktoria Alber, Sustainability Manager von VIP, „durch diese Initiative konnte VIP eine neue Produktlinie mit herbizidfreien Äpfeln einführen, die in umweltfreundlichen Kartonverpackungen erhältlich sind und bei den Verbrauchen großen Anklang finden”.